„Wie im Märchen“

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Sie haben die Landshuter Hochzeit so richtig genossen und fahren am Samstag wieder zurück nach Nowosibirsk: Margarita Korotkova (links) und Anna Weselkova

Sie haben die Landshuter Hochzeit so richtig genossen und fahren am Samstag wieder zurück nach Nowosibirsk: Margarita Korotkova (links) und Anna Weselkova

Zu Gast in Landshut: Margarita Korotkova und Anna Weselkova aus Russland

Sie studieren beide Deutsch und Englisch, kommen beide aus Nowosibirsk – und sie sind von Landshut mehr als begeistert. Margarita Korotkova (27) und Anna Weselkova (20) kamen genau zur richtigen Zeit nach Niederbayern, nämlich mitten in die Hochphase der Landshuter Hochzeit.

Ihr erster Eindruck von der Laho, zu der sie aus „Zufall und Glück“ nach Landshut kamen: „Wie im Märchen!“, das betonen beide. Sie sind gerade zu Gast bei der Fremdsprachenschule der VHS – und schauen mit einem anderen Blick auf das, was sich seit rund zwei Wochen in der Stadt abspielt. Sie sind gerade viel unterwegs, die beiden Russinnen aus Sibirien – wo es übrigens nicht ganz so aussieht wie in Niederbayern. „Die Häuser sind so klein, so bunt, so architektonisch.

Wir haben nur große Gebäude. Und sie sind nicht so alt“, sagt Korotkova. Kein Wunder, wurde doch Nowosibirsk, drittgrößte Stadt Russlands mit rund 1,5 Millionen Einwohnern, erst kurz vor 1900 gegründet. Schuld daran: der Bau der Transsibirischen Eisenbahn.
Landshut kann da schon ein wenig mehr Geschichte vorweisen, was ebenfalls zur Begeisterung von Korotkova und Weselkova beiträgt.
Doch das ist nicht alles: „Die Menschen sehen so schön aus, lachen ständig“, so Korotkova, die auch keinen Hehl aus ihrer Begeisterung für die langhaarigen Ritter der Landshuter Hochzeit macht. Auf die Frage, welche Rolle sie gerne bei der Laho hätten, antworten beide lachend sofort mit „die der Prinzessin!“.

Und das, obwohl sie auch alle anderen Kostüme – sogar die der hart arbeitenden Marketenderinnen – sehr beeindruckend finden. Man sehe daran, dass die Menschen im Mittelalter viel arbeiten mussten, sagt Korotkova.
Dass die beiden hier sein können, sei ein großes Glück, sagt Sibylle Galter, Schulleiterin der Fremdsprachenschule Landshut. Es habe sehr lange gedauert, bis eine Ausreise aus Russland möglich gewesen sei – nun stand in Bayern ein großes Programm auf dem Plan. „Wir saugen alles auf, denn viel von dem hier gibt es bei uns in Russland nicht“, sind sich die beiden einig. Vermisst haben die beiden wenig, höchstens die russischen Suppen im Vergleich zu den deutschen. Am Samstag geht es wieder nach Hause für die beiden Studentinnen: Mit der Laho im Herzen und einem märchenhaften Eindruck von Landshut, seiner Architektur und seinen Menschen.

Landshuter Zeitung, 21.07.2017 – Von Claudia Hagn

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